IPv6

Viele neue Internetadressen
Bestimmt haben Sie als Unternehmer bereits vom IPv6-Standard gehört. Doch was verbirgt sich hinter diesem Begriff? Ist eine Umstellung wirklich notwendig und was ist dabei zu beachten? CYBERDYNE beschäftigt sich mit den aktuellen Entwicklungen und informiert Sie gerne über IPv6.
Warum eigentlich IPv6?
Die Einführung von IPv6 wurde erforderlich, weil die Adressräume im IPv4-Bereich aufgrund der steigenden Anzahl internetfähiger Geräte zunehmend knapper werden. Von den 4,3 Milliarden möglichen IP-Adressen sind nur noch einige wenige verfügbar. Neue lassen sich unter IPv4 nur noch durch Recycling oder aus „Lagerbeständen“ schaffen. Während der alte Standard nur 32 Bit lang war, erhöht sich bei IPv6 der Adressbereich auf 128 Bit. Die Zahl der nutzbaren Adressen steigt demzufolge auf 340 Sextillionen. Das vorhandene Quantum der IP-Adressen lässt sich damit rein theoretisch auf 1500 pro Quadratmeter Erdoberfläche beziffern. Bei dieser riesigen Adressenzahl ist es kein Problem mehr, Fahrzeugen, Mobiltelefonen oder Haushaltsgeräten eine eigene IP-Adresse zuzuweisen und somit das Internet der Dinge weiter voranzubringen.
Still und heimlich haben sich viele Provider schon längst auf IPv6 vorbereitet. In Deutschland verfügen bereits mehr als einhundert Anbieter über entsprechende Adressräume, die aber noch nicht bei allen im praktischen Einsatz sind. Sie fragen sich, warum auf IPv4 direkt IPv6 folgt? Auf den ersten Blick scheint dies tatsächlich ungewöhnlich. Es wurde jedoch keine Version übersprungen, wie Sie vielleicht vermuten. IPv5 gibt es wirklich. Das so bezeichnete experimentelle Internet-Streaming-Protokoll wurde für die Echtzeitübertragung von Video- und Audiodaten entwickelt. Es kam allerdings niemals im öffentlichen Betrieb zur Anwendung.
Wie schnell sollten Sie den Wechsel auf IPv6 in Angriff nehmen?
Die Umstellung der IP-Adressen auf Version 6 tangiert grundsätzlich jedes Unternehmen, das im Internet unterwegs ist. Durch rechtzeitiges Handeln vermeiden Sie nicht nur Störungen, sondern verschaffen sich zugleich einen Wettbewerbsvorteil. Die Herausforderung dabei ist, dass IPv4 und IPv6 nicht kompatibel sind, da sich der Aufbau der IP-Adressen grundlegend unterscheidet. Somit ist von vornherein mit Verständigungsproblemen zwischen Netzwerkgeräten des alten und des neuen Standards zu rechnen. Die Einführung von IPv6 ist indes längst im Gange. Die meisten Informationen stehen zwar noch parallel in beiden Versionen zur Verfügung, immer mehr regionale und nationale Provider stellen jedoch ihre Zugangsserver vollständig auf IPv6 um. Es besteht allerdings keinen Grund, in Panik zu verfallen. Derzeit umgehen verschiedene Technologien künstlich das Problem der Adressknappheit. In deutsche Mobilfunknetze erhalten zum Beispiel mehrere Tausend User dieselbe IP-Adresse, da die Provider die Zuordnung intern anders umsetzen.
Was ist bei der Umstellung auf IPv6 zu beachten?
Sobald Sie mit der Entwicklung einer IPv6-Strategie beginnen, sollten Sie die Hard- und Software in Ihrem Unternehmen gründlich prüfen, das Netzwerk betreffende Richtlinien anpassen oder neu aufsetzen und Ihre Mitarbeiter schulen. Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, auf welche Weise bei Ihnen die IP-Adressen konfiguriert und verwaltet werden. War dies bei IPv4-Adressen noch manuell machbar, zwingt Sie schon die Länge der IPv6-Adressen dazu, zukünftig automatisierte Tools zu verwenden, die mit IPv6 kompatibel sind. Sobald Sie IPv6 auch im Firmennetzwerk einsetzen wollen, müssen Sie außerdem prüfen, ob der Rest Ihrer IP-Management-Infrastruktur ebenfalls für die Umstellung auf den neuen Standard bereit ist. Nutzen Sie beispielsweise für die Adresszuteilung ein Dynamic Host Configuration Protocol (DHCP), muss der DHCP-Server gleichermaßen IPv6-kompatibel sein. Gleiches gilt für DNS Domain Support, Adressen von Netzwerkzeitservern, DNS-Serveradressen und zahlreiche weitere Elemente.
Sie haben Bedenken, dass Ihre Kunden nach der Umstellung nicht mehr auf Ihre Webseite zugreifen können? Keine Angst, Webseitenbesucher, die schon am IPv6-Betrieb teilnehmen, rufen Ihren Internetauftritt automatisch über IPv6 ab. Ist IPv6 auf Clientseite noch nicht verfügbar, läuft die Kommunikation auch weiterhin über IPv4. Gegenüber der Vorgängerversion profitieren Sie mit IPv6 außerdem von Vorteilen wie einem Mehr an Sicherheit, einem effizienteren Routing und erweiterten Funktionalitäten im Mobilbereich. CYBERDYNE ist immer auf dem aktuellen Wissensstand bezüglich der Weiterentwicklung von IPv6 und unterrichtet Sie gern genauer über diesen neuen Standard.